Unter anderem kommt in der Reportage auch ein Angehöriger der Taliban zu Wort. Von ihm wollte die Reporterin wissen, wie die Lage der Frauen in Afghanistan aktuell sei. Aus dessen Perspektive gibt es allerdings keine Probleme für die Frauen, denn Gotteskrieger Maddani erklärt: “Frauen haben hier keine Probleme. Sie sind geschützt, sie können sich frei bewegen und sie dürfen von niemandem belästigt werden.“ Zur Überraschung der Reporterin gesteht der Taliban, dass er seine eigenen 4 Töchter gerne in eine Schule schicken würde. Dies sei wegen der wenigen existierenden Schulen aber nicht möglich. Doch gemäßigte Taliban wie Maddani sind in Afghanistan die Ausnahme. In der Taliban Hochburg Musa Qala im Süden von Afghanistan hatte von Boetticher eine sehr gegensätzliche Erfahrungen gemacht. Dort hatte sich schon kurz nach ihrer Ankunft eine riesige Männergruppe um sie gescharrt. Weil die Situation sehr bedrohlich war entschied sich das Team zum Rückzug. Brenzlig sei auch ihr Besuch einer Sportveranstaltung gewesen. Dort schienen die Männer sich mehr für ihre Anwesenheit zu interessieren als für das Spiel. Kurz darauf sei die westliche Journalistin von den Taliban aus aus dem Stadion verbannt worden. Wobei die Journalistin sicherlich noch von ihrem Promi- Bonus gezehrt hatte. Für einheimische Frauen stellt sich die Situation dagegen schwierig dar, wie auch die ehemalige Spitzensportlerin Nilofar in der Reportage erklärt. Sie selbst fühle sich seit der Machtübernahme der Taliban wie im Gefängnis. Seitdem wird sie von ihren Angehörigen wie in einem Gefängnis eingesperrt. Ihren Sport kann sie ebenfalls nicht mehr betreiben. Wie man sieht, ist die aktuelle Lage für Frauen in Afghanistan weiterhin sehr problematisch.