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Wird Rumänien der neue Gasriese? Russlands Monopol vor dem Fall Riesige Gas-Vorkommen entdeckt!

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03.08.2022 17:02Symbolbild imago

Noch ist Rumänien in jedem Winter auf Gas aus Russland angewiesen. Aktuell bezieht das EU-Land zwischen 20 bis 30 Prozent seines Verbrauchs aus russischen Quellen. Dabei verfügt das Land selbst über riesigen Vorkommen an Erdgas im Schwarzen Meer. Nun hat man mit der Erschließung dieser Gasfelder begonnen - es könnte der ganzen EU helfen! Doch der Krieg in der Ukraine gefährdet auch dieses Projekt.

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Rumänien hat mit Gasförderung begonnen

Seit einigen Wochen hat Rumänien erstmals von selbst geförderten Gas aus seinen eigenen Erdgasvorkommen, profitiert. Denn seitdem wird das Gas nun bereits aus den Tiefen des Schwarzen Meeres geholt. Das fördernde Unternehmen musste sich über acht Jahre gedulden, bis die dazu notwendige Gesetzgebung fertig war. Erst im Mai hatte das rumänische Parlament diese Regelung auf den Weg gebracht. Die Förderungen der Firma Black Sea Oil & Gas machen bisher erst fünf Prozent des Gasbedarfs des Landes aus. Aber es ist ein Anfang. Denn im Schwarzen Meer gibt es an der rumänischen Küste weitere riesige Gasvorkommen, die theoretisch lediglich erschlossen werden müssten. Internationale Experten schätzen, dass dort bis zu 170 Milliarden Kubikmeter Erdgas vorrätig sein könnten. Dies wäre ausreichend, damit Rumänien seinen Eigenbedarf mehr als ein Jahrzehnt lang decken könnte.

Rohstoffpotenzial Rumäniens bislang ungenutzt

Seit Jahren jedoch schiebt man den Traum der Unabhängigkeit von fremder Energie auf. "Wir haben wertvolle Zeit verloren und nun trifft uns die Energiekrise ausgerechnet inmitten ungetätigter Investionen", kritisiert deshalb Eugenia Gusilov vom rumänischen Think Tank "Romania Energy Center". "Wir hätten schon in diesem Jahr vollständig unabhängig von Gasimporten sein können. Der rumänische Staat hatte alle nötigen Karten dazu in der Hand", trauert Gusilov dieser Chance nach. Doch offenbar war der rumänischen Regierung die Dringlichkeit der Projekte nicht bewußt. Denn um die Rohstoff vom Meeresgrund zu fördern, muss man auf ausländische Investoren zurückgreifen. Den rumänischen Erdgasfirmen fehlt bei der Förderung auf dem Meer das , entsprechende Know-How. Eigentlich sollte deshalb der US-Energiekonzern ExxonMobile einsteigen. . Doch dieser zog sich zurück, nachdem Rumänien 2018 eine Sondergewinnsteuer beschlossen hatte, nach der die Hälfte des gewonnenen Gases im Land verbleiben musste und nicht exportiert werden durfte.

Rumänien mildert sein Offshore-Gesetz ab

Die Anteile von Exxons an dem Gasfeld war dann vom staatliche rumänische Energiekonzern Romgaz gekauft worden, der aber keinerlei Erfahrung in der Förderung von Gas vom Meeresgrund besitzt. Die andere Hälfte des Feldes gehört dem österreichischen Energiekonzern OMV. Dort will man aber erst im kommenden Jahr entscheiden, ob man den 7.500 Quadratkilometer großen Block erschließen will. Mittlerweile hat das rumänische Parlament das umstrittenes Offshore-Gesetz abgeändert und die Steuern wieder gesenkt und hofft auf eine baldige Entscheidung der Investoren. Allerdings dürfte man dort skeptisch bleiben, so lange nur wenige Kilometer entfernt in der Ukraine der russische Angriffskrieg tobt. "Natürlich ist das Risiko im Schwarzen Meer gerade deutlich höher für Investoren, als in der Nordsee", erklärt Johannes Peters, der Leiter der Abteilung Maritime Strategien und Sicherheit im Institut für Sicherheitspolitik der Uni Kiel im MDR-Interview. Trotzdem hofft man in Rumänien mit der Erschließung weiterer Gasfelder aus der Abhängigkeit von Russland zu entkommen.

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