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Deutsche Kleinstadt pfeift auf Putins Gas und macht sich mit dieser Wärmequelle völlig unabhängig!

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26.07.2022 15:36Symbolbild imago

In ganz Deutschland geht die Angst um, dass Kreml-Despot Wladimir Putin im Winter das Gas abdrehen könnte. Doch die insgesamt 22.000 Einwohner der Kleinstadt Zerbst (Anhalt-Bitterfeld) geraten deshalb trotzdem nicht in Panik. Denn in der Gemeinde wird seit Jahren eigenes Gas produziert, mit denen die Einwohner versorgt werden. Als Rohstoff für die Gasherstellung dient ein ganz besonderer Treibstoff! Ist dieses Modell auch für andere Städte denkbar? Lesen Sie hier mehr!

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Kleinstadt Zerbst trotzt Putins Drohungen!

Dort sieht man die aktuelle Lage also ziemlich entspannt.

"Krankenhäuser, Schulen, Wärmestuben, das alles können wir in Zerbst im Winter problemlos mit unserem heimischen Gas beheizen“, erklärt Unternehmer Chris Döhring (53), der auf dem ehemaligen Rote-Armee-Flugplatz eine Biogas-Anlage betreibt. "Beliefert wird die Anlage von Landwirten der Region mit allem, was es an landwirtschaftlichen Rohstoffen gibt“, bestätigt Döhring. Neben Rinder- und Hühnermist gehören dazu auch Grünschnitt sowie Reststoffe aus der Zuckerproduktion. Insgesamt 50 000 Tonnen Material werde so pro Jahr verarbeitet. Das Material wird in einem natürlichen Prozess

in großen Gär-Behältern fermentiert. So werden dann Biogas und Flüssigdünger hergestellt. "Das Biogas wird von uns dann noch auf Erdgasqualität gereinigt und ins Gasnetz eingespeist“, fügt der geschäftstüchtige Unternehmer an. In seiner Anlage werden 60 Mio. Kilowattstunden im Jahr erzeugt. Dies entspricht einem Energiegehalt von 20.000 Litern Öl pro Tag.

Zerbst setzte früh auf Biogas

Fertiggestellt worden war die Biomethan-Anlage schon im Jahr 2013. "Damals wurde grünes Gas noch als Nische betrachtet“, verdeutlicht Döhring und fügt hinzu: "Inzwischen hätte jeder gerne eine eigene Gasproduktion.“ Und auch sonst ist Zerbst ziemlich fortschrittlich. Denn auf dem ehemaligen Militärflugplatz werden auch auf 108 Hektar Solaranlagen betrieben und es gibt dort 14 Windräder. Im Projektstadium befindet sich eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Komplex ist ist aber leider ziemlich einmalig in Europa. Dort hat die Zukunft der Energie schon längst begonnen. Zum Glück treiben aber auch andere Gemeinden Projekte voran. So zum Beispiel auch das 950-Seelen-Dorf Großbardorf (Unterfranken). Auch dort hat man keine Angst vor Gasmangel im Winter. Denn auch hier werden Gas und Strom selbst vollkommen ökologisch produziert.

Großbarsdorf machte aus der Not eine Tugend

Dabei hatte sich die Situation beinahe wie von selbst ergeben. "Alles hat begonnen, weil wir einfach keinen Gas-Anschluss bekommen haben. Hier wohnten einfach zu wenig Einwohner und wir hatten keine Industrie in der Nähe“, erklärt nun Ortsbürgermeister Josef Demar (68, CSU). Als hatten die Bürger beschlossen eine eigene Biogas-Anlage zu bauen. Diese wird von 45 Bauern im Ort mit Mais-Silage beliefert. . Das daraus produzierte Methan-Gas wird dann verbrannt und heizt wiederum einen Wasserspeicher. Die Anlage kann über 80 Prozent der Einwohner mit Warmwasser versorgen. Die beim Prozess überschüssige Biomasse wird als Dünger auf den Feldern der Bauern wiederverwertet. Zudem hat der Ort auch eine

eigene Photovoltaikanlage. Diese wurde 2005 gebaut und produziert 15 mal mehr Strom als die Bürger des Ortes benötigten. Diese Energie wird dann verkauft und ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Außerdem betreibt die Gemeinde 4 Windräder. Diese Anlagen werden seit ihrem Bau auf genossenschaftlicher Basis betrieben. Sie gehören also den Menschen in Großbarsdorf , die auch noch daran verdienen. Mittlerweile hat sich durch die billige Enrgie sogar eine Firma mit 220 Mitarbeitern vor Ort angesiedelt. Und nun zahlt sich die Investition in Energie durch den Krieg in der Ukraine natürlich so richtig aus."Wir sind ganz normale Leute. Was wir hier machen, ist theoretisch überall möglich“, gibt Bürgermeister Demar zu verstehen.

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