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Angela Merkel zum Ukraine-Krieg - "Mein Ausscheiden könnte ein Beitrag gewesen sein" - hat Putin auf Ihr Ende gewartet?

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19.06.2022 07:42Symbolbild imago

Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einem Interview zu ihrem Verhältnis zum russische Präsidenten Wladimir Putin und dem aktuell stattfindenden Ukraine-Krieg geäußert. In den letzten Wochen war unter anderem die Kritik an Merkels Russland-Politik der letzten Jahre immer schärfer geworden.

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Angela Merkel äußert sich zu ihrer Russland-Politik

In einem Interview hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (67, CDU) sich zu ihrer Russland-Politik während ihrer Zeit als deutsche Bundeskanzlerin geäußert. Sie habe nach eigenen Worten noch im vergangenen Jahr öfter vergeblich versucht, neue Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (69) zu einer europäische Sicherheitsordnung in die Wege zu leiten. "Einerseits war Putin nicht mehr zu einem Gipfeltreffen im Normandie-Format bereit", verdeutlichte Merkel beim Gespräch mit den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. "Außerdem gelang es mir auch nicht, ein zusätzliches europäisch-russisches Gesprächsformat über eine europäische Sicherheitsordnung mit Wladimir Putin auszuhandeln", gestand Merkel. Mit dem Nomandie-Format war nach der Besetzung der Krim durch die russischen Streitkräfte ein Verhandlungserfolg erzielt worden, der im Minsker Abkommen von 2015 gipfelte. Die Umsetzung der Friedenslösung in der Ukraine war dann in den folgenden Jahren aber gescheitert.

Merkel spricht von Machtlosigkeit

Zudem verdeutlichte Merkel bei dem Gespräch, dass ihr Einfluss auf Wladimir Putin auch darunter gelitten habe, dass ihr Abschied aus dem Kanzleramt bereits länger festgestanden habe. "Es war ja klar, dass ich nicht mehr lange im Amt sein würde. Und so muss ich einfach feststellen, dass verschiedene Versuche im vorigen Jahr nichts mehr bewirkt haben", zeigte sich Merkel machtlos den Verlauf der Dinge zu ändern. Ob Putin mit seinem Überfall sogar gewartet habe, bis sie nicht mehr im Amt gewesen war, bezeichnete Merkel als möglich: "Mein Ausscheiden kann ein Beitrag gewesen sein wie zum Beispiel auch die Wahl in Frankreich, der Abzug der Truppen aus Afghanistan und das Stocken der Umsetzung des Minsker Abkommens", gab Merkel mehrere möglich Gründe für den Zeitpunkt der russische Invasion an.

Merkel warnt: "Man muss Putin ernst nehmen"

Ob Angela Merkel zukünftig zur Vermittlung in dem Konflikt beitragen werde, lies die ehemalige Kanzlerin offen. "Diese Frage stellt sich derzeit nicht", verdeutlichte Merkel. . Offenbar sei es eine Fehleinschätzung aller Beteiligten in Europa gewesen, dass der Kalte Krieg überwunden gewesen sei. Mit dem Überfall Putins auf die Ukraine sei eine Zäsur in der europäischen Nachkriegsgeschichte erfolgt, deren Auswirkungen noch viele Jahre nachhallen werde. Deshalb unterstützt Merkel auch den Kurs ihres Nachfolgers Olaf Scholz (SPD).

"Deshalb finde ich es richtig, wie der Westen sich für die Existenz der Ukraine einsetzt, ohne Teil der direkten militärischen Auseinandersetzung zu werden", erklärte die ehemalige Kanzlerin. Eines sei auf jeden Fall klar: "Man muss Putin ernst nehmen", verdeutlichte Merkel.

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