30 Jahre Lena Odenthal: Das waren ihre Aufreger-"Tatorte"

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30 Jahre Lena Odenthal: Das waren ihre Aufreger-"Tatorte"

Stars (2 / 1) 28.12.2020 17:47 / Olga Symbolbild SWR/Johannes Hollmann


Der "Tatort: Schatten der Angst" (2008) griff das Thema Ehrenmord am Beispiel einer türkischstämmigen Familie in Ludwigshafen auf. Kurz bevor die junge Frau jedoch von ihrem Bruder getötet werden kann, wird er von Odenthal und ihrem Kollegen (1996-2018) Mario Kopper (Andreas Hoppe, 59) verhaftet... Die Filmemacher wurden dafür mit dem "Marler Fernsehpreis für Menschenrechte" ausgezeichnet.

Sterbehilfe - pro und contra

Und noch ein Odenthal-Krimi wurde im Jahr 2008 intensiv diskutiert: Im "Tatort: Der glückliche Tod" ging es um Sterbehilfe für ein unheilbar krankes Kind. Kommissar Kopper ist in dem Film ein strikter Gegner der Sterbehilfe, doch das Mädchen will es und die Mutter will ihr mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation helfen... Der Krimi gewann den "Film- und Fernsehpreis des Hartmannbunds" (Ärzteverband) und war nominiert für den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.

Die Impro-Experimente

Für die beiden jüngsten großen Aufreger im Lena-Odenthal-Krimikosmos sorgte der experimentierfreudige Berliner Regisseur und Drehbuchautor Axel Ranisch (36). Denn unter anderem auf seine Kappe gingen die beiden Krimis "Tatort: Babbeldasch" (2017) und "Tatort: Waldlust" (2018). In beiden war die Handlung nur grob skizziert, ansonsten wurde improvisiert. Im ersten, der im fiktiven Mundarttheater "Babbeldasch" in Ludwigshafen spielt und in dem die Theaterleiterin getötet wurde, kamen außerdem vor allem Darsteller des echten Laien-Theaters "Hemshofschachtel" zum Einsatz.

Auch im "Tatort: Waldeslust" (2018), der im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für das Ermittlerteam im Schwarzwald spielte, waren die Dialoge improvisiert. Anders als beim viel kritisierten ersten Impro-Experiment gab es für diesen Krimi aber immerhin eine Auszeichnung, den Deutschen Filmmusikpreis, für die von Filmkomponistin Martina Eisenreich (38) eigens entwickelte Musik.