Vor ihrem Protest-Akt im Fernsehstudio hatte
Owsiannikowa ein Video aufgenommen: "Was in der Ukraine passiert, ist ein Verbrechen, und Russland ist der Aggressor. Die Verantwortung für diese Aggression liegt bei einem Mann: Wladimir Putin. Mein Vater ist Ukrainer, meine Mutter Russin, und sie waren nie Feinde“, versucht die Aktivistin Putins Lügen aufzudecken. Und fordert eindeutig: "Russland muss diesen Bruderkrieg beenden.“
Owsiannikowa beschreibt in dem Video, dass sie selbst mehrere Jahren für das russische Fernsehen gearbeitet habe. "Ich habe Kreml-Propaganda gemacht und schäme mich sehr dafür – dass ich Leute von Fernsehbildschirmen aus lügen ließ und zuließ, dass das russische Volk zombifiziert wurde", bedauerte die Aktivistin. Unter anderem bezieht sich Owsiannikowa auf die Besetzung der Krim 2014 und auch den Fall des vergifteten Regierungskritiker Nawalny. Nun versucht Owsiannikowa anderen Russen die Angst vor Protesten zu nehmen. "Sie können uns nicht alle ins Gefängnis stecken“, weiß die Aktivistin. Seit der Start der Invasion in der Ukraine seien laut der Bürgerrechts-Organisation OWD-Info etwa 14.900 Menschen in Russland wegen Protesten gegen den Krieg festgenommen worden.