Dagmar Wöhrl (65) ist nicht nur eine erfolgreiche Unternehmerin und Teil der beliebten Gründershow "Die Höhle der Löwen", die ehemalige Politikerin engagiert sich auch leidenschaftlich für wohltätige Zwecke. Nach dem tragischen Tod ihres Sohnes im Jahr 2001 gründete sie die Emanuel Wöhrl Stiftung und unterstützt Kinder und Jugendliche in akuten Notlagen.
"Jedes Kind verdient eine sorgenfreie Kindheit", erklärte sie am Samstag am Rande der 11. "Laughing Hearts"-Charity-Gala in Berlin. Der Verein fördert Heimkinder sowie sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Jeder könne etwa Gutes tun, so Wöhrl: "Eine Überweisung an eine Hilfsorganisation ist schnell gemacht und einen Besuch in einem Kinderheim kann man auch kurzfristig einbauen", appelliert sie an ihre Mitmenschen und erklärt, wie sie selbst neben ihrem Job Zeit für ihre sozialen Ehrenämter findet. Der "Höhle der Löwen" möchte sie auf jeden Fall auch weiterhin treu bleiben. "Solange ich auf diesem Gebiet noch erfolgreich bin, denke ich noch nicht ans Aufhören", stellt sie klar.
Der Verein Laughing Hearts e.V. setzt sich gezielt für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche ein - ein Thema, das auch Ihnen ganz besonders am Herzen liegt?Dagmar Wöhrl: Natürlich! Auch wenn es etwas abgedroschen klingt, aber Kinder sind unsere Zukunft. Jedes Kind verdient eine sorgenfreie Kindheit. Deshalb ist es mir wichtig, mit Laughing Hearts e.V. besonders jene Kinder zu unterstützen, die nicht den idealsten Start hatten. Kinder brauchen das Vertrauen, dass es jemanden gibt, der für sie da ist, der trotz schwieriger Situationen auch für positive Momente im Leben sorgt. Hier setzt Laughing Hearts e.V. an. Jede noch so kleine Spende hilft, die Arbeit des Vereins zu unterstützen.
Neben Ihrer Emanuel Wöhrl Stiftung sitzen Sie auch in vielen Gremien humanitärer Organisationen wie unter anderem dem deutschen UNICEF-Vorstand. Woher nehmen Sie sich als erfolgreiche Unternehmerin die Zeit?Wöhrl: Eigentlich hatte ich meine politische Laufbahn beendet, um mich noch mehr meinen sozialen Ehrenämtern zu widmen. Trotz "Die Höhle der Löwen" versuche ich, diesem Vorsatz auch treu zu bleiben. Wenn Du etwas aus voller Überzeugung und mit dem ganzen Herzen tust, braucht es nicht immer viele Stunden, um Gutes zu tun. Man muss ja nicht - wie ich - anstelle eines Urlaubs in Drittländer reisen, um bedürftige Kinder zu besuchen oder stundenlange Gespräche mit Entscheidern führen. Eine Überweisung an eine Hilfsorganisation ist schnell gemacht und einen Besuch in einem Kinderheim kann man auch kurzfristig einbauen. Gerade jetzt vor der Weihnachtszeit freuen sich die Kinder, wenn man einfach mal vorbeischaut und Plätzchen oder Lebkuchen vorbeibringt. Und wenn man dann noch ein paar Gemeinschaftsspiele dabei hat, tut man auch etwas für sich, denn mit den Kindern zu lachen, beschert auch einem selbst ein gutes Gefühl.
Aktuell sind Sie in der "Höhle der Löwen" zu sehen, die Woche für Woche Millionen Zuschauer in ihren Bann zieht. Wie erklären Sie sich den Erfolg der Sendung?Wöhrl: Die Sendung hat eine enorme Strahlkraft. Viele Gründer kommen zu uns in "Die Höhle der Löwen", die seit der ersten Staffel zuschauen und uns erzählen, dass diese Sendung sie dazu animiert hat, sich mit einer eigenen Geschäftsidee selbständig zu machen. Das ist natürlich das größte Kompliment für uns. In Deutschland hat das Gründertum leider immer noch ein Nischendasein. Uns fehlen brillante Köpfe, die es auch mit mächtigen Firmen aus Amerika und China aufnehmen und sich trauen, ein Millionenunternehmen aufzubauen. Wenn unsere Sendung dazu führt, dass jemand den Entschluss fällt, Unternehmer zu werden, haben wir vieles richtig gemacht.
Sitzen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie selbst jeden Dienstag vor dem Fernseher?Wöhrl: Auf jeden Fall. Es klappt zwar nicht immer, dass wir es zusammen anschauen, aber ich versuche, jeden Dienstag fest für die Sendung einzuplanen. Ich kann jedem Zuschauer nur empfehlen, sich einen Twitteraccount anzulegen, denn, was es dort zu lesen gibt, ist teilweise so lustig, dass man "DHDL" noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachten kann. Außerdem bekomme ich dann auch sofort ehrliche Kritik der Zuschauer ungefiltert präsentiert und kann für die nächste Staffel an mir arbeiten. Aber auch über positive Rückmeldungen freue ich mich sehr.
Nahezu in jeder Folge sind Sie mit einer neuen Frisur zu sehen. Sind Sie privat auch so experimentierfreudig?