Trotz der komplizierten Lage plädierte Schröder dafür, die Beziehungen zu Russland nicht komplett abzubrechen. "Mit Blick auf die Zukunft gilt, dass jetzt bei notwendigen Sanktionen darauf geachtet wird, die verbliebenen politischen, wirtschaftlichen und zivil gesellschaftlichen Verbindungen, die zwischen Europa und Russland bestehen, nicht gänzlich zu kappen", fordert Schröder. Denn nur so sei nach seiner Auffassung eine Basis für einen Dialog über Frieden und Sicherheit möglich. Damit vollführte auch Schröder nun eine 180-Grad-Wendung. Vor wenigen Tagen hatte der Altkanzler noch die Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen als "Säbelrasseln" kritisiert. Seit einigen Jahren ist
Schröder Aufsichtsratschef des staatlich russischen Energiekonzern Rosneft. Zudem ist der Sozialdemokrat bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und beim russischen. Energieriese Gazprom involviert. Zuletzt hatten die Aussagen von Schröder in der Ampel-Regierung für Verstimmung gesorgt. Deshalb hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) klarstellen müssen, dass Schröder nicht für die Bundesregierung spreche. Nun bringen erste Politiker auch Sanktionen gegen Schröder ins Spiel.