Zwar erschwert ein Bündnis manchmal die Einigkeit, was den Westen bei einigen Gelegenheiten schwach aussehen lässt. Doch manchmal ist ein solches Bündnis auch gerade die Stärke, die den Unterschied ausmachen kann, wie sich jetzt in der Ukraine-Krise deutlich zeigt. Putin ist isoliert - hat er selbst die NATO stark gemacht?
Gerade sind die Olympischen Spiele in China beendet worden. Und bisher hatte sich Wladimir Putin an das Friedensgebot während der sportlichen Wettkämpfe gehalten. Hätte Putin die Ukraine zuvor attackiert, hätte er die Wut von Gastgeber Xi Jinping erzürnt. Und dies wäre angesichts der Unterstützung, die sich Russland von China während der Ukraine-Krise erhofft, eher kontraproduktiv gewesen. Greift Putin nun etwa nach dem Ende der Winterspiele an? Oder ändert Putin seine Meinung nach einer Zusage, dass die Ukraine kein Mitglied der NATO wird? Bisher kann dies wohl niemand mit vollkommener Sicherheit sagen. Trotzdem zeichnet die Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende ein Bild, das die globalen Machtverhältnissen klarer als bisher aufzeigt. Zwar hat der Westen keine Übermacht mehr, dominiert aber trotzdem in vielen Bereichen. Es zeigt sich allerdings auch, dass Staaten wie Russland weitgehend isoliert sind. Ähnlich sieht es im Fall von China aus. Dort hat man nun offenbar seine Optionen überdacht und sich zur Neutralität in der Ukraine-Krise durchgerungen.