Ein Forscherteam aus Ontario, Kanada, hatte bei dieser Studie eine interessante Herangehensweise genutzt. Sie analysierten die Verläufe der Erkrankungen von Patienten, die sich zwischen dem 22. November und dem 24. Dezember 2021 mit Delta oder Omikron angesteckt hatten. Dabei bildeten die kanadischen Forscher Paare von Delta- und Omikron-Infizierten, die bei Alter, Geschlecht, Impfstatus und der verstrichenen Zeit seit der letzten Impfung Übereinstimmungen aufgewiesen hatten. Insgesamt wurden 9.087 Delta-Fällen mit 9.087 Omikron-Fällen verglichen. Dabei fiel den Forschern ein enormer Unterschied bei Todesfällen und Hospitalisierungen auf.
Bei Omikron gab es 88 Prozent weniger Todesfälle. Lediglich 3 Personen waren durch Omikron gestorben, während 26 Personen an Delta gestorben waren. In Deutschland sterben aktuell lediglich 0,1 Prozent aller mit Omikron infizierten Personen, während diese Quote bei Delta mit 0,46 Prozent deutlich höher liegt.
Auch die Krankenhauseinweisungen liegen bei Omikron deutlich niedriger. Omikron-Infizierten müssen nach der kanadischen Studie um 59 Prozent weniger ins Krankenhaus als Delta-Patienten. 53 der Omikron-Infizierten mussten im Krankenhaus behandelt werden (0,6 Prozent), während es bei den Delta-Infizierten mit 129 (1,4 Prozent) mehr als doppelt so viele waren. In Deutschland liegt die Hospitalisierungsrate im Augenblick bei 6,24 und damit unter dem Wert der Vorwoche (6,46). "Omikron scheint den Schweregrad der Erkrankung sowohl bei geimpften als auch bei ungeimpften Personen zu verringern“, kommen die kanadischen Forscher zu einem eindeutigen Fazit. Allerdings kritisieren die Experten, dass bei dieser Studie 90,4 Prozent der untersuchten Patienten jünger als 60 Jahre gewesen sind. Aus diesem Grund wäre es interessant zu sehen, ob die Ergebnisse auch bei der Risikogruppe über 60 Jahren ähnlich ausfallen.