Mysteriöse Nerven-Krankheit ausgebrochen - Wieso vertuschen die zuständigen Behörden die Vorfälle?

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Mysteriöse Nerven-Krankheit ausgebrochen - Wieso vertuschen die zuständigen Behörden die Vorfälle?

News (2 / 1) 05.02.2023 00:33 / Torben Symbolbild imago


Der erste Fall einer solchen Erkrankung wurde 2013 beobachtet, In den Jahren 2018 und 2019 kammen mindestens 48 weiter Patienten dazu. Alle leiden an der rätselhaften neurologischen Krankheit, die bisher mindestens neun Menschen das Leben gekostet hat. Alle Fälle sind lediglich unter den 750.000 Einwohner der kanadischen Provinz am Atlantik aufgetreten. Allerdings gehen Experten von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Doch Berichte darüber werden von der Provinzregierung immer wieder im Keim erstickt. Stattdessen werden die bestätigte Fallzahlen immer wieder von Seiten der Behörden nach unten korrigiert. Sie informieren die Erkrankten mit Schreiben, dass sie nicht länger zu den offiziellen Fällen zählen. “Ich war total geschockt. Ich leide doch nach wie vor unter dieser unbekannten Krankheit”, berichtete Johanne Boucher, eine der Betroffenen, gegenüber dem die kanadischen TV-Sender CBC. “Das Vertrauen in die lokalen Gesundheitsbehörde ist weg”, bestätigt sie. Wohl nicht ohne Grund.

Gesundheitsbehörden nicht an Aufklärung interessiert?

Denn die lokale Gesundheitsbehörde soll sogar Gelder für eine weitergehende Untersuchung der Fälle abgelehnt haben. Deshalb glauben viele Menschen, dass die wichtigste Einnahmequelle der Provinz, der Lobsterfang, nicht in Verruf gebracht werden soll. Denn mittlerweile glauben Mediziner, dass die Fälle auf das Nervengift MBAA zurückgehen könnten. Das Neurotoxin kann in Schalentieren wie Hummern auftreten. Und der Lobsterfang ist neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle von New Brunswick. 91 Prozent der Patienten der Nervenkrankheit hatten vor dem Ausbruch ihrer Krankheit Hummer gegessen. Seitdem wird von offizieller Seite gar angezweifelt, dass es die mysteröse Nervenkrankheit überhaupt gibt. Auch gegen weitere Untersuchung melden die Behörden Kritik an. Sämtliche amtlichen Treffen mit medizinischen Experten wurden zuletzt eingestellt. Damit wollen sich weder die Patienten noch die Mediziner abfinden. “Die Patienten verdienen eine Diagnose und gründliche Ermittlungen”, fordert einer der behandelnden Ärzte. Bleibt zu hoffen, dass sich überregionalen Behörden endlich diesem Fall annehmen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.