Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte sie nicht mehr als Pilotin arbeiten und so kam sie irgendwann auf die Idee, die sie deutschlandweit bekannt machen sollte: Sie verkaufte Aufklärungsbroschüren ("Schrift X") und weitete das Versandgebiet immer mehr aus. 1949 heiratete sie den Kaufmann Ernst-Walter "Ewe" Rotermund, den sie 1947 auf Sylt kennengelernt hatte. Gemeinsam bekamen sie 1949 einen weiteren Sohn. Rotermund brachte zudem einen Sohn mit in die Ehe.
Beate Rotermund, wie sie seit der Hochzeit hieß, gründete 1951 das "Versandhaus Beate Uhse" - der alte Name war schon etabliert. Neben Lesestoff über Sexualität und Verhütungsmethoden konnte man auch Kondome und Unterwäsche bestellen. Ihr Unternehmen wuchs schnell und zehn Jahre nach der Gründung hatte es Millionen Kunden. Mit dem "Fachgeschäft für Ehehygiene" eröffnete sie 1962 in Flensburg dann den ersten Erotikshop der Welt.
So erfolgreich ihr Business auch war, Kritik, Anzeigen und moralische Anfeindungen musste die Unternehmerin vor allem wegen des "Beihilfe zur Unzucht"-Paragrafens ebenfalls immer wieder über sich ergehen lassen - um die 400 Strafverfahren liefen. Privat lief es auch nicht rund, nach der Trennung folgte Anfang der 1970er Jahre die Scheidung. Doch die Kämpferin machte immer weiter, ließ sich einen eigenen Tennisplatz bauen, nachdem sie beim örtlichen Club nicht aufgenommen wurde. Sie kaufte sich ein eigenes Flugzeug, baute ein Erotik-Museum und wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Beate Uhse starb am 16. Juli 2001 mit 81 Jahren in einer Klinik in der Schweiz. Ehrenbürgerin der Stadt Flensburg ist sie zwar nicht geworden, eine Beate-Rotermund-Straße gibt es aber. Außerdem wurde ihr Leben zehn Jahre nach ihrem Tod von Regisseur Hansjörg Thurn (59) verfilmt. Schauspielerin Franka Potente (45) schlüpfte in "Beate Uhse - Das Recht auf Liebe" (2011, ZDF) in die Titelrolle.