nach seiner Auffassung vorhersagbar gewesen. Dennoch sei es ein Fehler gewesen, der Bevölkerung nicht gleich klarzumachen, dass eine Impfung gegen Covid-19 nicht zu 100 Prozent vor einer Ansteckung schützen kann. Zudem kritisierte Stöhr den anfänglich nicht ausreichenden Schutz für älteren Menschen. Mit besseren Schutzkonzepten hätten sich dort viele Todesfälle vermeiden lassen. Aktuell ist Stöhr sicher, dass das Ende der Pandemie unmittelbar bevorsteht. "Wir nähern uns dem Ende“, prognostiziert der Virologe, der darauf hinweist, dass sich das Virus abschwäche, weil die Verläufe nun "hauptsächlich asymptomatisch oder mild sind“. Zudem zeige sich, dass offenbar keine Überlastung der Intensivstationen drohe.
Außerdem versucht Stöhr zu erklären, wieso ausgerechnet in Sachsen die aktuellen Infektionszahlen verhältnismäßig niedrig sind. Nach Auffassung des Mediziners haben sich fort vergleichsweise viele Menschen erst kürzlich mit Covid-19 angesteckt. Aus diese Grund habe die nun vorherrschende Omikron-Variante bei diesen Personen "kein leichtes Spiel“. "Jetzt bricht das Infektionsgeschehen zusammen, weil es nicht genügend Empfängliche gibt. Da kann auch Omikron keinen Unterschied machen“, versucht sich Stöhr an einer Erklärung für diese Phänomen. Trotzdem glaubt Stöhr, dass auch die Zahlen in Sachsen noch einmal ansteigen werden. Allerdings werde dieser neue Peak dann auf einem deutlich niedrigeren Niveau verlaufen. Genau umgekehrt sei die Situation in Bremen. Dort habe es sehr viele geimpfte Menschen und deswegen wenig Infektionen gegeben. Aus diesem Grund habe Omikron dort nun leichteres Spiel und habe für viele Infektionen gesorgt.