Der jüngste Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt einen deutlichen Anstieg des Anteils von Omikron an den Infektionsfällen. Doch wie massiv die Omikron-Welle tatsächlich ist, steht wegen der fehlenden Daten durch die Weihnachtsfeiertage noch nicht fest. In dieser Hinsicht hofft Drosten auf eine langsamere Wachstumsrate im Vergleich zu Großbritannien. Auf der britischen Insel waren zuletzt 189.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden, während in Deutschland gerade einmal 41.240 Fälle registriert worden waren. Während sich die Anzahl der Infektionsfälle durch Omikron in Großbritannien alle zwei Tage verdoppeln, geschehe dies laut Drosten in Deutschland nur alle 4 Tage. Skeptisch zeigte sich Drosten dahingehend, ob die Booster-Impfungen Deutschland einen Vorteil gegenüber den Nachbarländern verschaffen könnte. "Wenn die Verbreitungsgeschwindigkeit in Deutschland deutlich langsamer ist und wenn die auch nochmal im Januar zusätzlich kontrolliert wird, dann ist das rein theoretisch denkbar, aber ich würde das für schwierig halten", erklärte er im Zusammenhang mit diesem Thema.
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hatte bei "RTL Direkt" seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, "dass wir eine mildere Welle bekommen". Nach Auswertung der Daten sei es laut Streeck sehr wahrscheinlich, dass Omikron die Krankheitsschwere abmildert. Auch Virologe Drosten bestätigt, dass die bisherigen Daten für diese Entwicklung sprechen, Eine Einschätzung, die auch der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach teilt. Dieser schrieb bei Twitter, dass sich Omikron zwar 4 mal so schnell wie Delta verbreitete, aber deutlich weniger schwere Fälle verursacht. Trotzdem bleiben die Ärzte vor allem wegen dem erwarteten Ausmaß der Welle besorgt. "Die schiere Anzahl von Neuinfektionen, auf die wir derzeit zusteuern, könnte die Intensivkapazitäten dennoch vor große Herausforderungen stellen, noch mehr aber die Hospitalisierung insgesamt", glaubt Christian Karagiannidis, der Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Man darf also gespannt sein, wie sich die Zahlen nach dem Neujahrwochenende weiter entwickeln.