Präsenzunterricht festhalten. Ihn persönlich besorgen jedoch die Inzidenwerte in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen. Dieses seien schon jetzt teilweise doppelt und dreifach so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Zudem müsse man auch einen gewissen Ausfall von Lehrkräften mit einkalkulieren. "Es rächt sich das Fehlen einer mittelfristigen Strategie, es geht ja immer nur um Überbrückungslösungen“, kritisierte auch OECD-Bildungsdirektor Schleicher beim "Tagesspiegel". Es müsse mehr darauf gesetzt werden, dass die Schulen lernten, mit dem Virus zu leben. Dazu brauche es nach der Aussage von Schleicher allerdings Investitionen in die Infrastruktur. Immer wieder galt es in der Pandemie als politisches Ziel die Schulen und Kindergärten offen zu halten. Daran hat sich nun auch nichts geändert, wie die Bundesregierung bestätigt.
Abweichen von den bundesweiten Vorgaben will man in Thüringen. Dort beginnt der Unterricht auch am 3. Januar, doch die Kinder und Jugendlichen sollen die ersten beiden Tage wieder zu Hause Unterricht erhalten. Dies sieht jedenfalls der aktuelle Plan des thüringischen Bildungsministeriums vor. Während die Schüler den Lerstoff von vor den Weihnachtsferien vertiefen sollen, sind die Lehrer angehalten sich eine Übersicht zu verschaffen, wie viele ihrer Schüler aktuell erkrankt oder in Quarantäne sind. Doch offenbar liegen bereits Klagen gegen dieses Vorgehen beim Oberverwaltungsgericht in Weimar vor. Sollte es vor dem 3. Januar zu einem Gerichtsurteil kommen, könnten sich die Planungen in Thüringen also eventuell noch einmal kurzfristig ändern. So beklagt unter anderem die neue Berliner Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (64, SPD), dass die Schließungen der Schulen massive Folge für die Schulkinder habe. Zudem habe es beim Homeschooling riesige Defizite gegeben, was zu Wissenslücken bei vielen Schülern geführt habe.