Doch auch neue Zahlen aus Dänemark deuten auf einen milderen Verlauf hin. Von bisher 18.366 Omikron-Infektionen mussten lediglich 0,6 Prozent der Patienten ins Krankenhaus. Bei der Delta-Variante hatte dieser Anteil bei 1,5 Prozent gelegen. Damit liegt die Anzahl der Hospitalisierungen bei Omikron gut 60 Prozent niedriger als durch die Delta-Variante. Doch auch in Dänemark liegt der Anteil der geimpften Menschen mit 77 Prozent höher als in Deutschland (70 %). Trotzdem gilt auch bei Omikron: Je mehr Infektionen, umso größer die Anzahl der schweren Verläufe. Angesichts der hohen Ansteckungsrate ist eine Überlastung des Gesundheitssystems also keinesfalls ausgeschlossen
Wenn Omikron Deutschland voll trifft, müsste man also mit einer hohen Anzahl an Patienten in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen rechnen. "Das gilt selbst dann, wenn die Omikron-Variante zu weniger schweren Verläufen führen sollte, denn wir werden einfach insgesamt viel mehr Fälle bekommen“, verdeutlicht der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen“.
Wie gefährlich es werden könnte, zeigt das Beispiel Großbritannien, wo die Zahlen im Augenblick steil nach oben schießen. Dies verdeutlicht auch eine Grafik in der Theo Sanderson vom Wellcome Sanger Institute den Londoner Infektionsverlauf der Omikron-Variante mit Delta vergleicht. Diese zeigt, dass Omikron deutlich ansteckender als Delta ist. Und dies führt zu einem starken Anstieg der Patienten in den britischen Krankenhäusern, wo zur Zeit jeden Tag bis zu 900 neue Patienten hinzukommen. Experten rechnen sogar, dass schon bald bis zu 3.000 Personen am Tag in die Krankenhäuser eingeliefert werden könnten.