Für den Intensivmediziner Jan Schilling, der die Corona-Intensivstation am Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf leitet, gibt es viele Dinge, die er bei den Menschen zur Zeit nicht versteht. "Wenn Menschen in der Pandemie gegen Corona-Maßnahmen protestieren, Karneval feiern oder im Fußballstadion dicht an dicht stehen – sorry, da habe ich null Verständnis!“, ist der Arzt sehr ehrlich und gibt einen Einblick in die aktuelle Situation auf seiner Intensivstation: "Drei Viertel der Covid-Intensiv-Patienten sind ungeimpft. 30 bis 50 Prozent von ihnen überleben die Erkrankung nicht. Ein Piks hätte das mit großer Sicherheit verhindert“, zeigt auch Schilling wenig Verständnis für Personen, die sich nicht impfen lassen. Einige Fälle beschäftigen den Mediziner besonders: "Eine junge Frau, ungeimpft, schwanger. Sie brachte ihr Kind zur Welt – und starb wenig später. Oder kürzlich ein Vater, Anfang 40. Auch er ungeimpft. Er starb, hinterließ einen zweijährigen Sohn. Derzeit pflegen wir einen Mann, der bis zuletzt die Existenz des Virus leugnete. Er kämpft mit dem Tod, hängt an der Herz-Lungen-Maschine, hat nur rund 30 Prozent Überlebenschance“, schildert Schilling Fälle, die ihm besonders nahegehen. Doch einfach die Flinte ins Korn werfen kommt für Schilling nicht in Frage: "Ich liebe meinen Beruf! Denn es gibt ja auch viele Patienten, die im Rettungswagen zu uns kommen und später gesund nach Hause gehen.“